Mythen und Fakten zu
anabol-androgenen Steroiden

Mythos 1

Die Muskelmasse und ihre durch Training erzielbare Zunahme kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Das Gleiche gilt für den Effekt von AAS auf die Muskelmasse: Jeder und jede reagiert hier individuell. Folgende Faktoren können die unterschiedlich starken Reaktionen auf Training und/oder AAS beeinflussen:

Unsere Muskelmasse, so zeigen wissenschaftliche Daten, ist zu rund 70% vererbt und zu 30% durch Umwelteinflüsse geprägt. Auch die Zunahme der Muskelmasse, die wir mit Training erzielen können, ist zu einem grossen Teil erblich bedingt. Unser Körper gibt daher das maximal mögliche Muskelwachstum bzw. die maximal mögliche Kraftzunahme vor. Zwar kann man durch die Einnahme von AAS bei gleichzeitigem Krafttraining ein stärkeres Muskelwachstum erzielen, allerdings trifft dies nicht für jeden/jede zu, denn auch die «Ansprechbarkeit» auf AAS hängt bis zu einem gewissen Grad von genetischen Faktoren ab.

Zwar kann die Muskelmasse durch die Einnahme von AAS auch ohne Training zunehmen. Beim Konsum von AAS in Kombination mit Krafttraining (bzw. Training mit Kraftkomponenten) ist die Zunahme der Muskelmasse jedoch deutlich höher als ohne Training.

Die Muskeln des Menschen sind aus Proteinen (Eiweissen) aufgebaut. Ist die Proteinzufuhr während des Einsatzes von AAS unzureichend, hemmt dies den Effekt von AAS auf die Zunahme der Muskelmasse.
Das Ausmass der Zunahme von Muskelmasse und Kraft hängt von der eingesetzten AAS-Dosis ab, die Effekte sind jedoch individuell unterschiedlich. Im Mittel sind mit zunehmender Dosierung stärkere Effekte auf Muskelmasse und Kraft zu beobachten, allerdings nur bis zu einem bestimmten Sättigungspunkt. Ab diesem Punkt (bzw. ab dieser Dosis) ist unabhängig von der Dosierung mit keiner weiteren Zunahme von Muskelmasse und Kraft zu rechnen. Viele unerwünschte Nebenwirkungen – und somit das kurz- und langfristige Gesundheitsrisiko – nehmen jedoch mit zunehmender Dosierung ebenfalls zu (wahrscheinlich ohne oberes Limit hinsichtlich Schädlichkeit).

Mythos 2

Im Vergleich zu Krafttraining ohne Einsatz von AAS steigt die Muskelmasse bei Krafttraining in Kombination mit AAS schneller an. In Bezug auf die Langfristigkeit der Muskelmassenzunahme treffen folgende Aussagen zu:

Nach Absetzen der AAS geht der Muskelmassengewinn, der auf den Effekt von AAS zurückzuführen ist, innerhalb von 6 bis 12 Wochen wieder verloren. Da die körpereigene Testosteronproduktion während des Einsatzes von AAS und nach Absetzen der AAS reduziert ist, schreitet der Muskelmassenabbau schnell voran. Auch der Einsatz von weiteren Medikamenten zur Aufrechterhaltung der körpereigenen Hormonproduktion während bzw. nach dem Einsatz von AAS kann die gewonnene Muskelmasse nicht erhalten.

Krafttraining ist ein entscheidender Reiz bei Aufbau und Erhalt der Muskelmasse. Nach Absetzen der AAS nimmt die Muskelmasse jedoch auch bei weiterhin intensiv durchgeführtem Krafttraining ab. Ein Grund dafür ist die reduzierte Anzahl AAS-Rezeptoren in den Zielzellen, an die sich AAS binden können (Schloss-Schlüssel-Prinzip). Während des Einsatzes von AAS versucht der Körper, die erhöhte Hormonkonzentration zu regulieren, d.h. herunterzuschrauben. Einer der dafür eingesetzten Mechanismen ist die Reduktion der Anzahl Rezeptoren in den Zielzellen. Durch die reduzierte Anzahl Rezeptoren nach Absetzen der AAS hat die natürliche, körpereigene Hormonproduktion – falls sie überhaupt aktiv ist – eine geringere Wirkung als vor dem Einsatz der AAS. Daher nimmt die Muskelmasse trotz intensiven Trainings ab.

Der Effekt von AAS auf die Muskelmasse ist nur kurzfristig. Möchte jemand die Muskelmasse über Jahre hinweg auf dem erhöhten Niveau halten, ist eine kontinuierliche oder wiederholte Einnahme von AAS notwendig. Da die Regulationsmechanismen des Körpers der erhöhten Hormonkonzentration entgegenwirken, müssen zudem verschiedene AAS mit unterschiedlichen chemischen Eigenschaften eingesetzt werden, um langfristig einen Effekt zu erzielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der AAS-Konsum negativ auswirkt, nimmt jedoch mit zunehmender Einnahmedauer zu. Zudem ist über das Risiko der Nebenwirkungen bei einer Kombination mehrerer AAS (sogenanntes Stacking) nur wenig bekannt. Da alle AAS zu Nebenwirkungen führen, muss bei einer kombinierten Einnahme mehrerer AAS aber mit vermehrten Nebenwirkungen gerechnet werden.

Der Körper versucht die unnatürlich erhöhte Hormonkonzentration herunter zu regulieren. Als Folge dieser Regulationsmechanismen wird der Interaktionseffekt von Training und AAS auf die Muskelmasse langfristig abgeschwächt.

Mythos 3

Androgen bedeutet männliche Geschlechtsmerkmale hervorrufend; damit ist z. B. eine Zunahme der Körperbehaarung gemeint. Anabol heisst aufbauend. Es stellt das Gegenteil von katabol (abbauend) dar.

Die verschiedenen Steroide unterscheiden sich im Anteil ihrer anabolen bzw. androgenen Wirkung. Sie haben jedoch immer einen anabolen und gleichzeitig einen androgenen Effekt. Daher ist der korrekte Name anabol-androgene Steroide.

Anabol-androgene Steroide (Schlüssel) wirken überall dort, wo ihre Rezeptoren (Schlösser) vorhanden sind. Steroide binden an ihre Rezeptoren in der Zelle, wodurch die entsprechenden Aufbaumechanismen ausgelöst bzw. gefördert werden. Im Menschen sind solche Rezeptoren in nahezu allen Geweben vorhanden, weshalb AAS in fast allen Geweben eine Wirkung entfalten. Während die aufbauende Wirkung von AAS in den Skelettmuskeln von AAS-Konsumenten und -Konsumentinnen aber erwünscht ist, stellt sie in anderen Geweben ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar: AAS führen z. B. zu einer Vergrösserung des Herzmuskels.

Bei Designersteroiden handelt es sich um künstlich hergestellte Steroide, die eine gewisse Wirkung bevorzugt erzielen sollen. Meist wird dabei versucht, die anabole Wirkung zu verstärken und die androgenen Effekte zu minimieren. Bis zu einem gewissen Grad ist dies möglich, allerdings lässt sich die androgene Wirkung nie komplett unterdrücken. Je nach ihrem spezifischen Aufbau wirken Designersteroide stärker oder schwächer auf einzelne Gewebe. Im Vergleich zu den klassischen AAS können einige Designersteroide aber schneller zu langanhaltenden Nebenwirkungen führen, wie z. B. Lebervergiftung und/oder Herzmuskelschäden.

Mythos 4

Mit dem Absetzen des Produkts verschwinden die sicht- und spürbaren Nebenwirkungen nicht sofort. Beispiele für Nebenwirkungen, die über das Absetzen des Produkts hinaus auf undefinierte Zeit anhalten, sind:

Das Testosteron wird zu einem Teil in das weibliche Sexualhormon Östrogen umgewandelt. Dies führt beim Mann zur Vergrösserung der Brustdrüsen und zur Entstehung einer weiblichen Brust (Gynäkomastie).
Kurzfristig führen AAS zu einem Schrumpfen der Hoden. Dies geht einher mit einer Abnahme der Spermienanzahl und -qualität. Bei kurzfristigem Einsatz von AAS erholt sich die Spermienqualität in vier bis zwölf Monaten. Bei langandauerndem Einsatz von AAS kann sich die Spermienproduktion reduzieren – bis hin zur irreversiblen Unfruchtbarkeit.
Nehmen Jugendliche während des Längenwachstums AAS ein, kann ihr Wachstum abgebremst werden. AAS können sogar zur frühzeitigen Schliessung der Wachstumsfugen führen, wodurch das Längenwachstum gänzlich gestoppt wird.
Bei Frauen können AAS zu einer Vermännlichung der Statur und der Gesichtszüge sowie zu Bartwuchs und einer tieferen Stimme führen. Zudem bewirken sie eine irreversible Vergrösserung der Klitoris.
Die Leber kann dauerhaft geschädigt werden, z. B. durch Zellveränderungen oder Tumoren. Diese Schäden bleiben oft lange unbemerkt und können auch nach dem Absetzen bestehen bleiben.
Der Herzmuskel kann sich dauerhaft verdicken und die Blutgefässe können geschädigt werden (z. B. Arteriosklerose = Verengung und Verhärtung der Gefässe). Das erhöht langfristig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall – auch nach dem Absetzen.

Mythos 5

Um die erwünschten Effekte zu erzielen und unerwünschte Nebeneffekte von AAS zu unterdrücken, wird oft wird ein Cocktail von zusätzlichen Medikamenten eingenommen. Dieser kann die Nebenwirkungen jedoch nicht komplett verhindern und birgt zudem Risiken für weitere Nebenwirkungen.

AAS wirken in nahezu allen Geweben des Körpers – daher treten auch in allen Geweben mögliche Effekte eines AAS-Einsatzes auf. Diese sind zum grössten Teil unbekannt, insbesondere was deren Langzeitnebenwirkungen betrifft. Somit ist es prinzipiell auch nicht möglich, diese Effekte zu «kontrollieren». Die eingesetzten Medikamente zur Verhinderung der Nebeneffekte betreffen oft spezifische Einzelaspekte wie z. B. Brustwachstum oder Haarausfall bei Männern. Es gibt kein einzelnes Mittel und auch keine Kombination von Mitteln, die sämtliche Nebeneffekte in allen Geweben unterdrücken können.

Bei den zusätzlich eingenommenen Medikamenten handelt es sich meist um verschreibungspflichtige Substanzen, die jedoch einem komplett anderen medizinischen Behandlungszweck dienen und auch nur für diesen freigegeben sind, z. B. als Medikament bei der Krebstherapie.

AAS führen zu einer Verschiebung des Hormongleichgewichts im Körper. Die weiteren eingenommenen Medikamente sollen dieses Gleichgewicht wiederherstellen. Dies mag für einzelne Hormone kurzfristig machbar sein – allerdings sind die Interaktionen aller Hormone im Körper so komplex, dass es schlicht unmöglich ist, einzelne Effekte in diesem System zu kontrollieren. Sobald man daher ins System eingreift, entstehen unkontrollierbare und unvorhersehbare Effekte.

Ein Grossteil der AAS-Konsumenten und -Konsumentinnen gibt an, dass sie neben den AAS weitere Medikamente einnehmen. Einige davon sollen das gestörte Hormongleichgewicht wieder in Einklang bringen, andere die psychischen Nebeneffekte (z. B. Mattheit, depressive Verstimmung) bekämpfen. Allerdings haben viele Medikamente zur Vorbeugung von AAS-Nebenwirkungen (z. B. Ephedrin) ein hohes Suchtpotenzial, sodass sie oft nur mit professioneller Hilfe abgesetzt werden können (z. B. in einer Entzugsklinik).

Mythos 6

Im Gegensatz zu dieser Aussage steigt auch das Risiko für das persönliche Umfeld an.

AAS gehören zur Stoffklasse der Lipide und sind als solche in der Regel fettlöslich und wasserunlöslich. Dadurch können sie über die Haut aufgenommen werden. Rückstände von AAS auf der eigenen Haut oder an Gegenständen können daher auf Angehörige übertragen werden, was je nach Dosis bei der Partnerin / beim Partner zu unerwünschten Wirkungen führen kann. Bei Kindern ist diese Problematik noch stärker ausgeprägt – eine mögliche Übertragung der Substanz auf Kinder muss daher auf jeden Fall ausgeschlossen werden.
AAS können bei den Konsumenten und Konsumentinnen negative psychische Auswirkungen haben. Diese Nebenwirkungen umfassen Depressionen, Panikattacken, Zwänge und paranoide Gedanken. Meist kommt es auch zu einer gesteigerten Aggressivität, dabei wird das ganze persönliche Umfeld in Mitleidenschaft gezogen. Nicht selten werden vor allem Männer aufgrund ihrer Aggressionen gewalttätig. So ist häusliche Gewalt gegenüber anderen Familienmitgliedern ein immer wieder beobachtetes Phänomen bei AAS-Konsumenten.
Bei kurz- und langfristigem Gebrauch von AAS kann beim Mann eine vorübergehende bzw. irreversible Unfruchtbarkeit auftreten. Dies kann die Fortpflanzung negativ beeinflussen oder gar verunmöglichen.

Mögliche Nebenwirkungen des AAS-Konsums umfassen u. a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Tritt einer dieser schwerwiegenden Fälle ein, verändert sich das Leben für das gesamte persönliche Umfeld des AAS-Konsumenten / der AAS-Konsumentin.

Mythos 7

Gemäss einer grossangelegten Befragung beziehen rund 70% der AAS-Konsumenten und-Konsumentinnen die Produkte über einen Internetdealer. Die Bezugsquelle hat einen sehr grossen Einfluss auf die Qualität der Produkte.

AAS werden in der Schweiz in die Abgabekategorie «B» eingeteilt und dürfen daher nur auf ärztliche Verschreibung abgegeben werden. Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic beurteilt in den Zulassungsverfahren Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten anhand wissenschaftlicher Dokumentationen und experimentellen Analysen innerhalb der eigenen Laboratorien. Nur bei AAS-Produkten, die von Swissmedic zugelassen sind und folglich nur auf ärztliche Verschreibung bezogen werden können, ist den Inhaltsstoffen und Konzentrationsangaben auf der Verpackung zu vertrauen.

Wie bei anderen illegalen Substanzen sind auch für die Herstellung von AAS nicht zertifizierte Labore am Werk. Da die Produkte nicht auf den öffentlichen Markt gelangen, durchlaufen sie keine Qualitäts- bzw. Sicherheitschecks.

AAS aus nicht zertifizierten Labors gelangen in Umlauf, ohne dass eine wissenschaftliche Untersuchung der Produkte durchgeführt wird. Für Käufer oder Käuferinnen sind die Inhaltsstoffe und deren Konzentration demnach völlig unbekannt. Solche Produkte sind insbesondere auch wegen der möglichen Verunreinigungen mit einem sehr hohen gesundheitlichen Risiko behaftet.

Im Internet werden teilweise AAS angeboten, die von ausländischen Tierarzneimittelherstellern produziert werden und für die Anwendung bei einzelnen Tierarten gedacht sind. Diese Produkte können von minderer Qualität und unsteril sein. Dadurch steigt das Risiko für eine injektionsabhängige oder eine allgemeine Gesundheitsbeeinträchtigung.

Mythos 8

Folgende Aussagen betreffend gesetzliche Grundlagen sind korrekt:

Gemäss Schweizer Gesetz ist der alleinige Besitz und der Einsatz von AAS an sich selbst nicht strafrechtlich verfolgbar. Dies gilt jedoch nur für den Eigengebrauch der Dopingsubstanzen im Freizeitsport, d.h. im nicht wettkampforientierten Sport. Herstellung, Einfuhr, Vermittlung, Vertrieb, Verschreibung und Abgabe von Mitteln zu Dopingzwecken an Dritte steht jedoch gemäss Bundesgesetz unter Strafe.

Alle aufgeführten Handlungen sind verboten und werden mit einer Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Bei schwerwiegenden Fällen kann die Freiheitsstrafe sogar bis zu 5 Jahre dauern.

Lizenzierte Sportler unterstehen den Richtlinien von Antidoping Schweiz. Diese verbieten den Einsatz aller in der Dopingliste aufgeführten Substanzen und aller illegalen Methoden. Bei lizenzierten Sportlern reicht auch der Besitz einer illegalen Substanz für eine Sperrung im Sport.

Der Einsatz von Dopingsubstanzen oder verbotener Methoden an einer Drittperson ist in jedem Fall strafbar.

Mythos 9

Unsichtbare Nebenwirkungen: Auch ohne spürbare Beschwerden können im Körper bereits Schäden entstehen, z. B. an Organen oder im Gefässsystem. Viele dieser Veränderungen entwickeln sich schleichend und werden oft erst bemerkt, wenn bereits ernsthafte Probleme auftreten.

AAS führen häufig dazu, dass sich der Herzmuskel verdickt (Herzmuskelvergrösserung) und steifer wird. Dadurch kann das Herz schlechter arbeiten, und das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt. Zusätzlich werden die Blutgefäße geschädigt (z. B. durch Arteriosklerose = Verengung und Verhärtung der Gefässe). Dies erhöht das Risiko für einen plötzlichen Herzinfarkt deutlich, oft ohne spürbare Warnzeichen.

Die Leber wird stark belastet und kann geschädigt werden (z. B. durch Entzündungen oder Zellveränderungen), ohne dass man dies direkt merkt; langfristig kann das zu bleibenden Funktionsstörungen führen.

Das kann bedeuten, dass die Leber Giftstoffe schlechter abbaut oder es zu Erkrankungen wie Gelbsucht, Lebertumoren oder im Extremfall Leberversagen kommt.

Durch die erhöhte Zahl roter Blutkörperchen wird das Blut „dicker“ und gerinnt schneller, wodurch sich unbemerkt Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden können. Diese können Gefäße verstopfen oder sich lösen und in Organe wandern, wo sie z. B. eine Lungenembolie, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt auslösen können.

Mythos 10

Stacking: Die gleichzeitige Einnahme mehrerer AAS verstärkt die Belastung für Herz, Leber und Hormonsystem. Nebenwirkungen können sich nicht nur addieren, sondern gegenseitig verstärken. Dadurch steigt das Risiko für schwerwiegende Schäden deutlich, auch wenn man sich dabei gut fühlt.

Alkohol belastet die Leber zusätzlich, die bereits durch AAS stark beansprucht wird. Dadurch steigt das Risiko für Leberschäden deutlich, auch wenn man zunächst keine Beschwerden spürt. Langfristig kann es zu bleibenden Funktionsstörungen oder ernsthaften Erkrankungen kommen.
Nikotin schädigt die Blutgefäße und führt dazu, dass sie sich verengen. In Kombination mit AAS erhöht sich dadurch das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen), Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese Prozesse laufen oft unbemerkt ab und werden erst bei akuten Ereignissen sichtbar.
Amphetamine steigern Puls und Blutdruck stark und versetzen das Herz in eine dauerhafte Stresssituation. Zusammen mit AAS, kann das das Risiko für Herzrhythmusstörungen und akute Herzprobleme deutlich erhöhen. Besonders gefährlich ist dies bei körperlicher Belastung oder Training.
Kokain verengt die Blutgefäße stark und kann die Durchblutung wichtiger Organe plötzlich einschränken. In Kombination mit AAS steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall massiv – auch bei jungen, scheinbar gesunden Menschen. Solche Ereignisse können ohne Vorwarnung auftreten.
MDMA belastet das Herz-Kreislauf-System und stört die Regulation der Körpertemperatur. In Kombination mit AAS kann es schneller zu Überhitzung, Kreislaufproblemen und Organschäden kommen. Besonders in Situationen wie Feiern oder Sport steigt das Risiko zusätzlich.
Medikamente wie Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol), Potenzmittel oder hormonell wirksame Präparate können in Kombination mit AAS Leber, Herz und Hormonsystem zusätzlich belasten. Dadurch steigt das Risiko für Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, z. B. erhöhte Leberwerte, Blutdruckprobleme oder hormonelle Störungen. Auch frei erhältliche Medikamente sind in diesem Zusammenhang nicht automatisch unbedenklich.

Cannabis kann zwar auf die Psyche beruhigend wirken, gleichzeitig aber die Herzfrequenz erhöhen und den Blutdruck schwanken lassen, was das Herz-Kreislauf-System belastet. In Kombination mit AAS kann dies das Risiko für Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufprobleme erhöhen. Wird Cannabis zusammen mit Tabak konsumiert, verstärken sich diese Effekte zusätzlich.